Termin

"Der Bologna-Prozess - Eine Erfolgsstory?"

Netzwerktagung der nds. Kooperationsstellen

Das deutsche Hochschulsystem befindet sich nach Meinung vieler Ex-pertInnen in dem tiefgreifendsten Wandel seiner Geschichte. Spätestens seit dem die europäischen BildungsministerInnen im Jahre 1999 die nach ihrem Tagungsort benannte „Bologna Erklärung“ unterzeichneten, ist ein europäischer Hochschulraum das Ziel. Mit der Einführung von leicht verständlichen und vergleichbaren Abschlüssen (Bachelor/Master), den entsprechenden zweistufigen Studiengängen, einem Leistungspunktsystem und Maßnahmen zur Förderung der Mobilität soll Europa zum führenden Bildungsraum der Welt aufsteigen. Mittlerweile beteiligen sich 45 Staaten an diesem Prozess und haben auf den Folgekonferenzen in Prag, Berlin, Bergen zahlreiche Erweiterungen und Konkretisierungen, so z.B. die Förderung des lebensbegleitenden Lernens, festgelegt. Da bis zum Jahr 2010 die Umstellung auf das neue Studiensystem abgeschlossen sein soll, laufen die beispiellosen Umstrukturierungen an den deutschen Hochschulen auf Hochtouren. Vor allem die Umstellung auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge krempeln die Hochschullandschaft kräftig um und werden nur langsam in den Unternehmen wahrgenommen. Welche Beschäftigungsmöglichkeiten bietet beispiels- weise der Bachelor nach sechs Semestern als neuer Regelabschluss und welche Qualifikation dürfen die Unternehmen erwarten? Mit welcher Entlohnung können die AbsolventInnen rechnen? Wird etwa ein „Niedriglohnsektor für AkademikerInnen“ eingeführt? Gleichwohl wird trotz der kurzen Studiendauer ein hoher Praxisbezug und die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen erwartet. Wie wird dieser Anspruch um- gesetzt? Diese Neustrukturierung der Hochschulausbildung hat Auswirkungen auf das System der Berufsbildung, denn Elemente der berufspraxischen Ausbildung (Praxisbezug) sollen stärker in die Hochschulausbildung einfließen. Die Konstituierung eines europäischen Hochschulraumes ist damit nicht auf die Hochschulausbildung beschränkt. Die Frage nach der Durchlässigkeit des gesamten Ausbildungssystems ist deshalb von besonderer Bedeutung. Werden die beiden Bildungssysteme berufliche Bildung und Hochschulbildung sinnvoll verknüpft? Wie wird der Hochschulzugang geregelt? Werden berufliche Qualifi kationen anerkannt? Wie ist die Durchlässigkeit zwischen Bachelor, Master und Promotion geregelt? Die Kooperationsstellen Hochschulen und Gewerkschaften arbeiten an der Nahtstelle zwischen Wissenschaft und Arbeitswelt und wollen mit der Tagung über Chancen und Risiken eines europäischen Bildungsraumes diesen Zusammenhang thematisieren. Mit WissenschaftlerInnen, GewerkschafterInnen, UnternehmensvertreterInnen und Studierenden diskutiert die Tagung die aufgezeigten und weitere Fragen des Bologna-Prozesses und fragt nach den Hintergründen. Die Suche nach Gestaltungsspielräumen sowohl an den Hochschulen als auch in der Arbeitswelt wird dabei bestimmend sein. Alle Studierende, Lehrende und Hochschulangehörige sind neben der interessierten Öffentlichkeit ebenso eingeladen, wie GewerkschafterInnen, UnternehmensvertreterInnen, Betriebs- und Personalräte.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem beigefügten Infoflyer.

Veranstalter:
Netzwerk der Kooperationsstellen Hochschulen und Gewerkschaften in Niedersachsen und Bremen
Ort:
Osnabrück, Volkshochschule
Anfang:
Donnerstag, 10. Mai 2007
 
10:00 Uhr
 
16:30 Uhr

Reichtumsuhr

Pinnwand


  • Kooperationsstellen Niedersachsen und Bremen
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Kooperationsstellen
  • Gegenblende
  • Nachdenkseiten
  • TIB-UB_der_LUH
    Die Sondersammlung zur Gewerkschaftsbewegung mit einem Bestand von etwa 10.000 Bänden umfasst sozialwissenschaftliche Literatur und Gewerkschaftsmaterialien zur Organisationsgeschichte und -politik. Sie wird in Kooperation mit den sozialwissenschaftlichen Instituten der Leibniz Universität Hannover und dem Deutschen Gewerkschaftsbund aufgebaut.

  • Einstellung zur Arbeit
    In 15 Städten weltweit wurden im Rahmen des Projektes Videos mit einer Länge von 1-2 Minuten erstellt. Vorgabe: Die Aufnahmen sollten in einer einzigen Einstellung ohne Schnitte produziert werden. Entstanden sind beeindruckende Kurzportraits zum Thema Arbeit.

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