Veranstaltungsreihe zu Bildungsgerechtigkeit in Hildesheim

Alles (ge)recht? Armut, Reichtum und Bildungschancen in Deutschland

28.10.2015 | Wie wirkt sich die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen auf die Bildungschancen aus? Was kann gegen die Folgen unternommen werden? Diese und weitere Fragen thematisiert eine öffentliche Veranstaltungsreihe an der Stiftung Universität Hildesheim.

Die Ringvorlesung „Alles (ge)recht? Armut, Reichtum und Bildungschancen in Deutschland“ behandelt Wirkungszusammenhänge zwischen Herkunft, Einkommen und Bildungschancen in der Bundesrepublik. Professorin Dr. Meike Sophia Baader und Dr. Tatjana Freytag (Institut für Erziehungswissenschaft) führen die Reihe gemeinsam mit Darijusch Wirth von der Kooperationsstelle Hochschulen & Gewerkschaften der Region Hannover-Hildesheim durch.

In der öffentlichen Diskussion wird die Bedeutung von Bildung für die Zukunftsperspektiven insbesondere der jüngeren Generation betont. „Die Ergebnisse der Bildungsforschung belegen dabei einen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, der in Deutschland im internationalen Vergleich besonders ausprägt ist“, erklärt Baader. Freytag erinnert an die wachsende Einkommensungleichheit in der Gesellschaft in den vergangenen 30 Jahren und verweist auf eine aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). „Wenn die Ungleichheit in einer Gesellschaft zunimmt, wird auch die Bildungspartizipation der geringer Verdienenden rückläufig“, fasst die Wissenschaftlerin eine der Schlussfolgerungen aus der Untersuchung zusammen.

Neben dem Einfluss von Ungleichheit auf den Bildungserfolg und der Präsentation neuerer Forschungsergebnisse wird in der Ringvorlesung eine Brücke zur konkreten praktischen Arbeit geschlagen. „Ich freue mich auf die Einblicke in die Hildesheimer Flüchtlings- und Familienbildungsarbeit sowie auf die Vorstellung des ‚Dormagener Modells‘ gegen Kinderarmut“, äußert sich Wirth. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, an der Ringvorlesung teilzunehmen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Auch der Besuch von einzelnen Vorträgen ist selbstverständlich möglich.

Zu sechs Themen konnten externe Referentinnen und Referenten gewonnen werden. Die Ringvorlesung beginnt mit Prof. Dr. Nils Berkemeyer (Friedrich-Schiller-Universität Jena), der sich am 5. November 2015 mit dem Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Chancen auf Bildungserfolg in Deutschland auseinandersetzt. Eine eingehendere Betrachtung der Bildungsmöglichkeiten von Kindern unter Armutsbedingungen wird Prof. Dr. Michael Klundt (Hochschule Magdeburg-Stendal) am 19. November vorstellen. Am 3. Dezember werden Gabriele Bonnacker-Prinz (KEB Hildesheim), Magdalene Martensen (Ev. Familienbildungsstätte Hildesheim) und Vertreter_innen der Praxisgemeinschaft im Netzwerk für Migrations- und Flüchtlingsarbeit in Hildesheim Einblicke in ihre konkreten Arbeitsfelder geben, während Uwe Sandvoss (Stadt Dormagen) am 17. Dezember das „Dormagener Modell“, ein wegweisendes Konzept zur kommunalen Bekämpfung von Kinderarmut, erläutern wird. Rechtfertigungsmuster von Ungleichheit sind das Thema des Vortrags von Dr. Tobias Peter (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) am 14. Januar 2016. Die Reihe schließt mit Prof. Dr. Sabine Andresen (Goethe-Universität Frankfurt a.M.), die anhand ihrer Forschungsergebnisse darstellen wird, wie Kinder ihre eigene Armutssituation erleben.

Alle Vorträge finden von 16:15 Uhr bis 17:45 Uhr am Hauptcampus der Universität Hildesheim (Universitätsplatz 1) im Neubau Forum, Hörsaal 4 statt.

Das Institut für Erziehungswissenschaft bietet Studierenden der Universität Hildesheim ein Begleitseminar zur Ringvorlesung an. „Wir freuen uns über die Anmeldung von über 200 Studierenden. Diese Zahl belegt, dass das Thema offenkundig Interesse erfährt“, so Baader abschließend.

Der Flyer der Reihe mit weiteren Informationen steht für Sie zum Download bereit.

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