Termin

Tagung „Fair statt prekär!“

„Fair statt prekär!“

Perspektiven für eine Neuordnung der Arbeitsmärkte


in Niedersachsen und Bremen

Im internationalen Vergleich wird Deutschland aufgrund seiner guten wirtschaftlichen Entwicklung und der niedrigen Arbeitslosenzahlen auch in Krisenzeiten häufig als vor-bildlich bezeichnet. Bei genauer Betrachtung zeigt sich insbesondere auf den Arbeitsmärkten ein anderes Bild. Knapp ein Viertel aller Beschäftigten arbeitet im sogenannten Niedriglohnsektor. Mit diesem Wert liegt Deutschland in Europas Spitzengruppe. Leiharbeit, Werkverträge, Solo-Selbstständigkeit, Minijobs oder geringfügige Beschäftigung und befristete Arbeitsverträge lauten einige Stichworte für „atypische“ Beschäftigung, welche neben einer niedrigen Bezahlung fast immer durch eine hohe Arbeitsplatzunsicherheit gekennzeichnet ist. Diese, auch als „prekäre“ Arbeit bezeichneten Beschäftigungsverhältnisse haben sich in Deutschland sehr stark ausgebreitet und bieten auch für einen systematischen Missbrauch ausgezeichnete Bedingungen, wie die zahlreichen Fälle von Werkvertragsmissbrauch in der Baubranche oder in der Schlacht- und Zerlegeindustrie zeigen.

Die Tagung geht den Ursachen dieser zunehmenden Prekarität nach und stellt Konzepte zu ihrer Eindämmung zur Diskussion. In einem Dialog zwischen Wissenschaft und Arbeitswelt werden sowohl die Begründungen für die aktuelle Arbeitsmarktpolitik analysiert als auch Anforderungen an eine politische Neuausrichtung.

Im 2. Teil der Tagung steht die regionale Betrachtung für Niedersachsen und Bremen im Mittelpunkt. Neben einer Analyse über das Ausmaß und die Formen prekärer Beschäftigung, einschl. der Missbrauchsproblematik, wird nach Handlungsoptionen auf Landesebene gefragt.

Ort:
Universität Osnabrück
Anfang:
Mittwoch, 22. Oktober 2014
Beginn:
10:00 Uhr
Ende:
16:00 Uhr

Pinnwand

  • Die Sondersammlung der Technischen Informationsbibliothek zur Gewerkschaftsbewegung mit einem Bestand von etwa 10.000 Bänden umfasst sozialwissenschaftliche Literatur und Gewerkschaftsmaterialien zur Organisationsgeschichte und -politik. Sie wird in Kooperation mit den sozialwissenschaftlichen Instituten der Leibniz Universität Hannover und dem Deutschen Gewerkschaftsbund aufgebaut.


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